Lebensmittelmärkte in Deutschland – Verkaufsflächendichte und Flächenbedarf

Lebensmittelmärkte in Deutschland – Verkaufsflächendichte und Flächenbedarf

Die Pro-Kopf-Verkaufsflächenausstattung ist ein weit verbreiteter Erstindikator zur überschlägigen Einschätzung von Wettbewerbsintensitäten. In der Nahversorgung kann er zuverlässig anhand der Netzdichte der einschlägigen Lebensmittelmärkte gebildet werden.

Gegenwärtig sind in Deutschland rund 33,7 Mio. qm Verkaufsfläche für Lebensmittelmärkte ab 400 qm am Markt, dies entspricht rund 0,42 qm je Einwohner (einschließlich der Flächen für Nonfood-Rand- und Aktionssortimente in Discountern und SB-Warenhäusern). Die Varianzen sind erheblich und reichen von nur wenig mehr als 0,3 qm/Einwohner in den Stadtstaaten mit knappen Flächenressourcen und um 0,5 qm/Einwohner in den Flächenländern Ostdeutschlands sowie in Schleswig-Holstein.

Die Neuentwicklung von Lebensmittelmärkten hält weiterhin an und entsprechend nimmt auch die Flächenausstattung noch zu; seit 2010 von rund 0,4 qm/Einwohner auf aktuell 0,42 qm. Gleichwohl ist unverkennbar, dass die Standortentwicklung zunehmend konsolidierenden Charakter erhält. Insbesondere die Discounter bringen derzeit forciert ihre Objekte auf Standardmaß – entweder durch den Ausbau vorhandener Objekte oder durch Neubau, wobei meist ein oder zwei ältere Märkte abgelöst werden.

Der Flächenanteil der Discounter liegt aktuell bei rund 37 %, in Ostdeutschland zuweilen auch bis 50 %. Die kleinflächigen Supermärkte <800 qm, welche eigentlich den "Standardtyp" der wohnortnahen Versorgung repräsentieren sollen, kommen bundesweit lediglich auf einen Flächenanteil von 5 - 6 %. Nur in ländlich strukturierten Räumen sowie in den großen Städten fällt er gelegentlich überproportional aus. Während in dünn besiedelten ländlichen Räumen zuweilen die Tragfähigkeit für Vollsortimenter fehlt, begünstigen hohe Grundstücks- und Mietpreise sowie knappe Flächen in den hochverdichteten Quartieren der großen Städte weiterhin Kleinflächen. Die Kleinfläche ist dort beileibe nicht auf dem Rückzug, sondern erlebt in den gewachsenen Geschäftsquartieren durchaus eine Renaissance. Neben Biomärkten sind auch urbane Konzepte wie Temma (Rewe) treibende Formate. Dies darf jedoch nicht mit der Regel-Nahversorgung in den Stadtteillagen sowie in kleineren und mittleren Städten gleichgesetzt werden. Sie basiert auf dem Lebensmittel-Vollsortimenter und der bereits seit vielen Jahren grundsätzlich großflächig. 
Als Benchmark für den Flächenbedarf kann bei Standard-Vollsortimentern ein Sortimentsumfang von 15-20.000 Artikeln sowie eine Warendichte von 10 – 12 Artikeln je qm Verkaufsfläche gelten. Daraus ergeben sich je nach Konzept und Standort typische VKF von ca. 1.250 bis 2.000 qm.

Discounter platzieren ihre Waren meist flächenextensiver. Benchmarks sind hier rund 1,5 - 2 Artikel/qm VKF bei 1.200 bis 3.000 Artikeln, mithin typische VKF von 800 bis 1.100 qm, bei Aldi und Lidl bis 1.400 qm – Tendenz hier steigend.

Themen:
Marktstudien