Bildungsimmobilien auf der EXPO REAL

Mit zwei gut besetzten Fachpanels war die Initiative Bildungsimmobilien auf der EXPO REAL 2026 in München vertreten. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Immobilienwirtschaft, Finanzierung, Planung und öffentlicher Hand ging es um zwei zentrale Fragen: Wie müssen Bildungsimmobilien künftig gestaltet werden – und wie lassen sie sich finanzieren und umsetzen?

Investitionsstau trifft demografischen Wandel

Das erste Panel widmete sich dem scheinbaren Widerspruch zwischen sinkenden Schülerzahlen und weiterhin hohem Investitionsbedarf. Ein Impuls von Rena Walther (Drees & Sommer) verdeutlichte, wie unterschiedlich sich die Demografie regional entwickelt und warum bundesweite Durchschnittswerte für Standortentscheidungen nicht ausreichen.

In der anschließenden Diskussion standen flexible Nutzungskonzepte im Mittelpunkt. Mehrere Schulformen an einem Standort, gemeinsam genutzte Räume oder die Kombination mit weiteren sozialen Einrichtungen können helfen, Flächen besser auszulasten und auf veränderte Bedarfe zu reagieren.

Die zentrale Erkenntnis: Weniger Schülerinnen und Schüler bedeuten nicht automatisch weniger Bedarf an Bildungsimmobilien. Entscheidend sind Standort, langfristige Nutzbarkeit und anpassungsfähige Gebäudekonzepte.

Wer finanziert die Schulen von morgen?

Im zweiten Panel rückten Finanzierung und Umsetzung in den Fokus. Dr. Ximena Sejas (Freie Hansestadt Bremen) und Prof. Dr. Jan Kehrberg (GSK Stockmann) stellten unterschiedliche Modelle und Herausforderungen aus kommunaler und rechtlicher Perspektive vor.

Die Diskussion machte deutlich, dass nicht allein fehlende Finanzmittel den Schulbau bremsen. Auch begrenzte personelle Kapazitäten, komplexe Entscheidungsprozesse und unterschiedliche Erwartungen von Kommunen und privaten Akteuren erschweren die Umsetzung.

Als mögliche Ansätze wurden unter anderem Erbbaurechtsmodelle, öffentlich-private Partnerschaften und kommunale Schulbaugesellschaften diskutiert. Gleichzeitig zeigte sich: Für erfolgreiche Kooperationen braucht es eine gemeinsame Sprache, klare Verantwortlichkeiten und verlässliche Rahmenbedingungen.

Gemeinsam Lösungen entwickeln

Beide Panels wurden von Sven Carstensen, bulwiengesa, moderiert und machten deutlich, wie eng Fragen der Planung, Nutzung und Finanzierung miteinander verbunden sind.

Genau hier setzt die Initiative Bildungsimmobilien an: Sie bringt unterschiedliche Perspektiven zusammen, fördert den fachlichen Austausch und entwickelt Impulse für eine zukunftsfähige Bildungsinfrastruktur.

Denn die Herausforderungen im Schulbau lassen sich nur gemeinsam bewältigen – mit langfristig tragfähigen Konzepten und einer besseren Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand und Privatwirtschaft.

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