Schule und Pflegeheim unter einem Dach

Wie können Bildungsimmobilien nicht nur Lernorte, sondern auch Orte der Begegnung sein? Das Projekt Silverkällan im Göteborger Stadtteil Sandarna zeigt einen besonderen Ansatz: In einem gemeinsamen Gebäude befinden sich eine Grundschule für 400 Schülerinnen und Schüler sowie ein Pflegeheim mit 100 Plätzen. Unser Initiativ-Mitglied Hemsö stellt dies vor: Die Schule nutzt die unteren Etagen, während das Pflegeheim in den oberen Geschossen untergebracht ist. Eine Sporthalle, eine Großküche und weitere Bereiche können gemeinsam genutzt werden. Entscheidend ist jedoch nicht allein die effiziente Flächennutzung: Das Gebäude schafft bewusst Möglichkeiten für Begegnungen zwischen Jung und Alt. Seit der Eröffnung unterstützt Hemsö regelmäßige gemeinsame Aktivitäten. Einmal pro Woche kommen Bewohnerinnen und Bewohner sowie Schülerinnen und Schüler beispielsweise zu einem Quiz, zum Bingo oder zu einem gemeinsamen Mittagessen zusammen. Die Angebote werden von beiden Generationen sehr geschätzt. So entsteht aus räumlicher Nähe ein sozialer Mehrwert: Ältere Menschen bleiben mit dem Leben und der Bewegung im Quartier verbunden, während Kinder einen selbstverständlichen Kontakt zur älteren Generation entwickeln. Silverkällan macht deutlich, welches Potenzial in gemischt genutzten Sozial- und Bildungsimmobilien steckt – wenn Architektur, Betrieb und soziale Angebote von Anfang an zusammengedacht werden. Was können wir aus solchen generationenübergreifenden Konzepten für Bildungsimmobilien in Deutschland lernen?
Bildungsimmobilien auf der EXPO REAL

Mit zwei gut besetzten Fachpanels war die Initiative Bildungsimmobilien auf der EXPO REAL 2026 in München vertreten. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Immobilienwirtschaft, Finanzierung, Planung und öffentlicher Hand ging es um zwei zentrale Fragen: Wie müssen Bildungsimmobilien künftig gestaltet werden – und wie lassen sie sich finanzieren und umsetzen? Investitionsstau trifft demografischen Wandel Das erste Panel widmete sich dem scheinbaren Widerspruch zwischen sinkenden Schülerzahlen und weiterhin hohem Investitionsbedarf. Ein Impuls von Rena Walther (Drees & Sommer) verdeutlichte, wie unterschiedlich sich die Demografie regional entwickelt und warum bundesweite Durchschnittswerte für Standortentscheidungen nicht ausreichen. In der anschließenden Diskussion standen flexible Nutzungskonzepte im Mittelpunkt. Mehrere Schulformen an einem Standort, gemeinsam genutzte Räume oder die Kombination mit weiteren sozialen Einrichtungen können helfen, Flächen besser auszulasten und auf veränderte Bedarfe zu reagieren. Die zentrale Erkenntnis: Weniger Schülerinnen und Schüler bedeuten nicht automatisch weniger Bedarf an Bildungsimmobilien. Entscheidend sind Standort, langfristige Nutzbarkeit und anpassungsfähige Gebäudekonzepte. Wer finanziert die Schulen von morgen? Im zweiten Panel rückten Finanzierung und Umsetzung in den Fokus. Dr. Ximena Sejas (Freie Hansestadt Bremen) und Prof. Dr. Jan Kehrberg (GSK Stockmann) stellten unterschiedliche Modelle und Herausforderungen aus kommunaler und rechtlicher Perspektive vor. Die Diskussion machte deutlich, dass nicht allein fehlende Finanzmittel den Schulbau bremsen. Auch begrenzte personelle Kapazitäten, komplexe Entscheidungsprozesse und unterschiedliche Erwartungen von Kommunen und privaten Akteuren erschweren die Umsetzung. Als mögliche Ansätze wurden unter anderem Erbbaurechtsmodelle, öffentlich-private Partnerschaften und kommunale Schulbaugesellschaften diskutiert. Gleichzeitig zeigte sich: Für erfolgreiche Kooperationen braucht es eine gemeinsame Sprache, klare Verantwortlichkeiten und verlässliche Rahmenbedingungen. Gemeinsam Lösungen entwickeln Beide Panels wurden von Sven Carstensen, bulwiengesa, moderiert und machten deutlich, wie eng Fragen der Planung, Nutzung und Finanzierung miteinander verbunden sind. Genau hier setzt die Initiative Bildungsimmobilien an: Sie bringt unterschiedliche Perspektiven zusammen, fördert den fachlichen Austausch und entwickelt Impulse für eine zukunftsfähige Bildungsinfrastruktur. Denn die Herausforderungen im Schulbau lassen sich nur gemeinsam bewältigen – mit langfristig tragfähigen Konzepten und einer besseren Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand und Privatwirtschaft.
Erstes Mitgliedertreffen: Praxiswissen und Austausch im Mittelpunkt

Beim ersten Mitgliedertreffen der Initiative Bildungsimmobilien kamen die Mitgliedsunternehmen in Berlin zusammen, um die nächsten inhaltlichen Schritte zu diskutieren und Erfahrungen aus konkreten Projekten auszutauschen. Einen Schwerpunkt bildete die Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand und Privatwirtschaft. Jan Krolik von der Zossener Wohnungsbaugesellschaft mbH sowie Dr. Ximena Sejas und Marissa Heinrich vom Senator für Finanzen Bremen stellten konkrete Schulprojekte vor und berichteten aus der Praxis: Welche Herausforderungen entstehen bei der Umsetzung? Welche Faktoren tragen zum Erfolg bei? Und wie kann die Zusammenarbeit zwischen Kommunen und privaten Partnern funktionieren? Die Beispiele sorgten für eine intensive Diskussion unter den Mitgliedern. Unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und Erfahrungen aus konkreten Projekten für andere Akteure nutzbar zu machen, gehört zu den zentralen Anliegen der Initiative Bildungsimmobilien. Auch die weitere Entwicklung des Netzwerks war Thema des Treffens. Interessierte Unternehmen stellten sich den Mitgliedern vor und gaben Einblicke in ihre Arbeit rund um Bildungsimmobilien. Beim anschließenden gemeinsamen Dinner wurde der Austausch fortgesetzt – mit neuen Impulsen für die weitere Zusammenarbeit und die kommenden Aktivitäten der Initiative.
bulwiengesa gründet die Initiative Bildungsimmobilien

Im März 2026 hat bulwiengesa gemeinsam mit führenden Akteuren der Immobilienwirtschaft die Initiative Bildungsimmobilien ins Leben gerufen. Sie schafft eine gemeinsame Plattform für den Austausch rund um die Entwicklung und Zukunft von Bildungsimmobilien als wichtiger Teil der sozialen Infrastruktur. Zu den Gründungsmitgliedern zählen DKB | Deutsche Kreditbank AG, Drees & Sommer, GSK Stockmann, HIH Real Estate / HIH-Gruppe, Hemsö, LHI Group, LBBW Immobilien und mondial KVG. Die beteiligten Unternehmen bringen unterschiedliche Perspektiven und umfangreiche Erfahrungen aus Planung, Finanzierung, Entwicklung und Betrieb von Bildungsimmobilien in die gemeinsame Arbeit ein. Im Mittelpunkt der Initiative stehen die Zusammenarbeit mit der öffentlichen Hand, mehr Markttransparenz und belastbare Daten sowie gemeinsame Analysen und Impulse für Politik und Praxis. Durch den strukturierten Austausch sollen Wissen und Erfahrungen gebündelt und Orientierung für die Weiterentwicklung von Bildungsimmobilien geschaffen werden. „Mit der Initiative schaffen wir eine Plattform für den Dialog zwischen öffentlicher Hand und privaten Akteuren. Unser Ziel ist es, mehr Orientierung im Markt zu schaffen und die Weiterentwicklung von Bildungsimmobilien als Teil der sozialen Infrastruktur aktiv zu unterstützen“, sagt Sven Carstensen, Geschäftsführer von bulwiengesa. Die Initiative ist offen für weitere Akteure, die ihre Expertise und Erfahrungen in den gemeinsamen Austausch einbringen möchten. Auch Institutionen der öffentlichen Hand sind ausdrücklich eingeladen, sich zu beteiligen.
Mehr Tempo im Schulbau: Welches Umsetzungsmodell passt?

Der Investitionsbedarf im kommunalen Schulbau bleibt hoch. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an moderne Lernumgebungen – von Ganztagsbetreuung und Inklusion über Digitalisierung bis hin zu Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. Doch vielerorts fehlt es nicht nur an finanziellen Mitteln: Auch begrenzte Planungs- und Verwaltungskapazitäten, langwierige Verfahren und knappe Ressourcen können die Umsetzung dringend benötigter Projekte verzögern. Mit der neuen Kurzstudie „Mehr Tempo im Schulbau – Orientierung für zukunftsfähige Investitionsentscheidungen“greift bulwiengesa diese Herausforderung auf. Sie ist die erste fachliche Veröffentlichung im Rahmen der Initiative Bildungsimmobilien und untersucht, unter welchen Voraussetzungen unterschiedliche Umsetzungsmodelle im kommunalen Schulbau sinnvoll sein können. Ein Modell für alle gibt es nicht Neben der kommunalen Eigenentwicklung betrachtet die Studie Investor-/Mietmodelle sowie partnerschaftliche Umsetzungsformen. Die zentrale Erkenntnis: Ein pauschal überlegenes Modell gibt es nicht. Entscheidend sind die konkreten Projektziele, die verfügbaren personellen und finanziellen Ressourcen sowie die Anforderungen an Risikoverteilung, Steuerung und langfristige Flexibilität. Auch bei der Wirtschaftlichkeit greift der alleinige Blick auf die Baukosten zu kurz. Grundstück, Planung, Finanzierung, Betrieb, Instandhaltung und spätere Anpassungen müssen über den gesamten Lebenszyklus einer Bildungsimmobilie berücksichtigt werden. Gerade bei langfristig genutzten Schulgebäuden spielen zudem Anpassungsfähigkeit und mögliche spätere Nutzungsänderungen eine wichtige Rolle. Eine Entscheidungsmatrix fasst die wesentlichen Kriterien zusammen und bietet Kommunen eine erste Orientierung, welches Umsetzungsmodell unter unterschiedlichen Rahmenbedingungen geeignet sein kann. Eine projektspezifische Wirtschaftlichkeitsuntersuchung ersetzt sie dabei bewusst nicht. „Ob ein Schulbauprojekt wirtschaftlich und langfristig tragfähig ist, entscheidet sich nicht allein bei den Baukosten. Erst die Betrachtung des gesamten Lebenszyklus – von der Investition über den Betrieb bis zu Instandhaltung und späteren Anpassungen – schafft eine belastbare Grundlage für die Wahl des passenden Umsetzungsmodells“, sagt Sven Carstensen, Geschäftsführer von bulwiengesa und Mitautor der Studie. Die Kurzstudie entstand im Rahmen der Initiative Bildungsimmobilien und unter fachlicher Mitwirkung ihrer Mitglieder. Sie bildet den Auftakt für weitere Veröffentlichungen und den gemeinsamen Dialog zwischen öffentlicher Hand, Immobilienwirtschaft und weiteren Akteuren rund um eine zukunftsfähige Bildungsinfrastruktur. Download Pressemitteilung: „Initiative Bildungsimmobilien: Neue Studie zeigt Wege für mehr Tempo im kommunalen Schulbau“ Ansprechnpartner: Sven Carstensen, Geschäftsführer Anna Wolfgarten, Real Estate Consultant
Initiative Bildungsimmobilien wächst auf elf Mitglieder

Die Initiative Bildungsimmobilien wächst weiter: Mit Art-Invest Real Estate, der KanAm Grund Group und der KGALbegrüßt das von bulwiengesa koordinierte Netzwerk drei weitere Mitglieder. Damit engagieren sich inzwischen elf Unternehmen gemeinsam für die Weiterentwicklung von Bildungsimmobilien als Teil der sozialen Infrastruktur. Seit ihrer Gründung im Frühjahr 2026 bringt die Initiative Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zusammen – von Finanzierung und Planung über Entwicklung und rechtliche Strukturierung bis hin zum langfristigen Bestandshalten. Zu den Gründungsmitgliedern zählen die Deutsche Kreditbank AG (DKB), Drees & Sommer, GSK Stockmann, HIH Projektentwicklung, Hemsö, LHI Group, LBBW Immobilien und mondial KVG. Die neuen Mitglieder erweitern das Netzwerk insbesondere in den Bereichen Bildungsentwicklung, institutionelles Asset Management und Real Assets. Gemeinsam verfolgt die Initiative das Ziel, Bildungsimmobilien stärker in den Fokus zu rücken, den Austausch zwischen öffentlicher Hand und Immobilienwirtschaft zu fördern und mehr Markttransparenz für dieses wachsende Segment zu schaffen. „Die große Resonanz auf die Initiative zeigt, dass der Bedarf an Austausch, Transparenz und belastbaren Informationen im Bereich Bildungsimmobilien hoch ist. Gemeinsam mit unseren Mitgliedern arbeiten wir daran, dieses Wissen systematisch aufzubereiten und Orientierung für Kommunen, Investoren und weitere Marktakteure zu schaffen. Genau darin sehen wir den Auftrag der Initiative“, sagt Sven Carstensen, Geschäftsführer von bulwiengesa. Neben dem kontinuierlichen Austausch der Mitglieder arbeitet die Initiative derzeit an ihren ersten fachlichen Veröffentlichungen und weiteren Formaten, um den Dialog rund um Bildungsimmobilien nachhaltig zu fördern und aktuelle Fragestellungen wissenschaftlich sowie praxisnah zu begleiten. Die Initiative steht weiteren Marktteilnehmern offen. Institutionen der öffentlichen Hand sind ausdrücklich eingeladen, ihre Erfahrungen und Perspektiven in den gemeinsamen Austausch einzubringen und die Weiterentwicklung von Bildungsimmobilien aktiv mitzugestalten. Pressemitteilung Initiative Bildungsimmobilien wächst auf elf Mitglieder










