Light Industrial Markt gewinnt weiter an Stabilität


Logistik & Industrie
11.05.2026 Autor/en: Daniel Sopka, Nea Wichert

Der Markt für Light Industrial Immobilien in Deutschland hat 2025 insgesamt deutlich an Stabilität gewonnen. Nach dem dynamischen Jahresauftakt verlor das Investmentgeschehen im zweiten Halbjahr zwar wieder etwas an Tempo, dennoch liegt das Gesamtjahresergebnis klar über dem Vorjahr. Vor allem Produktionsimmobilien bleiben die treibende Kraft des Marktes – sowohl auf Investorenseite als auch bei der Flächennachfrage.

Mit einem Investmentvolumen von rund 1,61 Mrd. Euro übertraf der Markt das Vorjahresergebnis um mehr als ein Drittel. Im zweiten Halbjahr 2025 wurden rund 720 Mio. Euro investiert, nachdem das erste Halbjahr noch von einer besonders hohen Dynamik geprägt gewesen war. Damit setzt sich eine Entwicklung fort, die bereits im Frühjahr sichtbar wurde: Nach der Phase ausgeprägter Zurückhaltung kehren Investoren schrittweise in den Markt zurück – allerdings deutlich selektiver als in früheren Marktzyklen.

Produktionsimmobilien bleiben das prägende Segment

Besonders gefragt bleiben Produktionsimmobilien. Sie stellten auch im zweiten Halbjahr die umsatzstärkste Objektkategorie und profitierten erneut von einem hohen Anteil an Eigennutzertransaktionen. Gerade in wirtschaftlich und industriell starken Regionen zeigt sich weiterhin eine stabile Nachfrage nach funktionalen und flexibel nutzbaren Flächen.

Auffällig ist dabei die zunehmende Differenzierung innerhalb des Marktes: Moderne, ESG-konforme Objekte mit guter Drittverwendungsfähigkeit und verkehrsgünstiger Lage bleiben stark nachgefragt. Dagegen geraten spezialisierte oder technisch veraltete Immobilien zunehmend unter Druck. Die Spreizung zwischen hochwertigen und schwer repositionierbaren Objekten nimmt weiter zu.

Süddeutschland behauptet Spitzenposition

Regional konzentriert sich das Marktgeschehen weiterhin auf etablierte Industrie- und Wirtschaftsstandorte. Die Region Süd behauptete auch im zweiten Halbjahr ihre Spitzenposition beim Investmentvolumen. Besonders dort, wo industrielle Wertschöpfung, Fachkräfteverfügbarkeit und belastbare Infrastruktur zusammentreffen, bleibt das Interesse hoch.

Der Verdichtungsraum Rhein-Ruhr gehört zwar weiterhin zu den wichtigsten Standorten des deutschen Light-Industrial-Marktes, verlor im Jahresverlauf jedoch etwas an Dynamik. Gleichzeitig zeigen sich in mehreren süddeutschen Märkten stabile Fundamentaldaten und eine konstant hohe Nachfrage nach modernen Flächen.

Nutzer bleiben aktiv – trotz schwierigem Umfeld

Auch auf dem Vermietungsmarkt setzte sich die Stabilisierung fort. Der Flächenumsatz lag im zweiten Halbjahr 2025 bei rund 1,29 Mio. qm und damit sowohl über dem ersten Halbjahr als auch über dem Vorjahreszeitraum. Viele Unternehmen agieren zwar weiterhin vorsichtig und treffen Standortentscheidungen unter schwierigen konjunkturellen Rahmenbedingungen. Dennoch bleibt die Nachfrage nach modernen Produktions- und Gewerbeflächen hoch.

Insbesondere mittelgroße und flexible Flächen gewinnen an Bedeutung. Gleichzeitig sorgten einzelne großvolumige Abschlüsse – unter anderem aus dem verteidigungsnahen Industriesektor – für zusätzliche Nachfrageimpulse.

Renditen und Mieten stabilisieren sich

Nach den starken Anpassungen der vergangenen Jahre bewegt sich der Markt inzwischen deutlich stabiler. Die Spitzenrenditen blieben im zweiten Halbjahr 2025 weitgehend unverändert. Auch die Mietentwicklung verläuft überwiegend seitwärts.

Eine Ausnahme bilden weiterhin Flex Spaces. Moderne und multifunktionale Flächen in guten Lagen bleiben knapp und erzielen steigende Spitzenmieten. Insgesamt zeigt sich jedoch: Der Markt befindet sich zunehmend in einer Phase der Konsolidierung und differenzierten Preisbildung.

Projektpipeline bleibt gut gefüllt

Trotz schwieriger Finanzierungsbedingungen und anhaltender Unsicherheiten deutet die Projektpipeline für 2026 auf ein weiterhin hohes Fertigstellungsniveau hin. Produktionsimmobilien dominieren auch hier das Marktgeschehen.

Gleichzeitig bleiben Baukosten, Finanzierung und wirtschaftliche Unsicherheiten zentrale Risikofaktoren für die weitere Entwicklung. Dennoch spricht vieles dafür, dass sich Light Industrial Immobilien zunehmend als resilienter Bestandteil des deutschen Gewerbeimmobilienmarktes etablieren.

Den vollständigen Marktbericht der INITIATIVE LIGHT INDUSTRIAL mit allen Kennzahlen, Analysen und Grafiken finden Sie hier:
https://initiative.bulwiengesa.de/unternehmensimmobilien/de/berichte

 

Ansprechpartner:
Daniel Sopka
daniel.sopka@bulwiengesa.de
Tel. +49 40 42 32 22 29

Die Pressemitteilung zum Bericht finden Sie hier:

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