Wohnwetterkarte 2026: Sinkender Wohnungsbedarf, anhaltender Wohnraummangel

Zum achten Mal haben BPD und bulwiengesa die Wohnungsmärkte in Deutschland gemeinsam untersucht. Die Wohnwetterkarte 2026 bildet das Verhältnis von Wohnungsbedarf und Bautätigkeit in rund 11.000 Städten und Gemeinden ab. Sie zeigt die aktuelle Lage und gibt einen Ausblick auf die kommenden drei bis fünf Jahre.

Die zentrale Erkenntnis: Der rechnerische Wohnungsbedarf sinkt, der Wohnraummangel bleibt vielerorts bestehen. Nach der Methodik der Wohnwetterkarte liegt der Bedarf bei rund 288.000 Wohnungen pro Jahr. 2025 wurden bundesweit rund 203.000 Wohnungen fertiggestellt. Die geringere Bedarfszahl ist vor allem auf die demografische Entwicklung zurückzuführen. Sie bedeutet deshalb keine Entwarnung für die Wohnungsmärkte.

Große Städte und gut angebundene Umlandregionen bleiben angespannt

In den A-Städten, mehreren größeren B-Städten und weiteren ausgewählten Städten bleibt der Wohnungsmarkt trotz sinkender Bedarfsprognosen angespannt. Der Rückgang reicht nicht aus, um den über Jahre entstandenen Wohnungsmangel auszugleichen. Die niedrigen Fertigstellungszahlen können die Lage zusätzlich verschärfen.

Auch das Umland rückt stärker in den Blick: Gut angebundene Regionen können von der Nachfrage aus den Zentren profitieren. Besonders deutlich zeigt sich das laut Wohnwetterkarte im Rhein-Main-Gebiet. In Berlin reicht die angespannte Entwicklung weiter ins Umland. Die heißeste Kommune der Karte liegt erneut in Oberbayern: Erdweg im Landkreis Dachau.

Die Unterschiede zwischen den Regionen nehmen zu

Während sich die Nachfrage stärker in Zentren und entlang wichtiger Verkehrsachsen konzentriert, kühlen viele ländliche Regionen ab. Bevölkerungsrückgänge treffen auch kleinere Großstädte abseits der großen Ballungsräume. Als Beispiele nennt die Analyse unter anderem Rostock, Osnabrück, Braunschweig und Passau.

Die Wohnwetterkarte macht damit deutlich, wie unterschiedlich die Herausforderungen ausfallen: In den nachfragestarken Städten geht es darum, mehr Wohnraum zu schaffen. In schrumpfenden Regionen steht die Anpassung an veränderte Bevölkerungszahlen im Vordergrund.

Wohnungsbau ist Standortpolitik

Der sinkende rechnerische Bedarf löst den bestehenden Wohnungsmangel nicht. Damit Wohnungsbau wieder möglich wird, braucht es laut BPD und bulwiengesa eine bessere Abstimmung zwischen Kommunen und Projektentwicklern sowie verlässliche Rahmenbedingungen. Ausreichender und bezahlbarer Wohnraum ist dabei nicht nur eine soziale Frage, sondern auch ein wichtiger Faktor für die Zukunftsfähigkeit von Städten und Regionen.

Zur Wohnwetterkarte
Die interaktive Karte und weitere Informationen zur Analyse finden Sie auf der BPD-Seite zur Wohnwetterkarte.

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