Der Investitionsbedarf im kommunalen Schulbau bleibt hoch. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an moderne Lernumgebungen – von Ganztagsbetreuung und Inklusion über Digitalisierung bis hin zu Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. Doch vielerorts fehlt es nicht nur an finanziellen Mitteln: Auch begrenzte Planungs- und Verwaltungskapazitäten, langwierige Verfahren und knappe Ressourcen können die Umsetzung dringend benötigter Projekte verzögern.
Mit der neuen Kurzstudie „Mehr Tempo im Schulbau – Orientierung für zukunftsfähige Investitionsentscheidungen“greift bulwiengesa diese Herausforderung auf. Sie ist die erste fachliche Veröffentlichung im Rahmen der Initiative Bildungsimmobilien und untersucht, unter welchen Voraussetzungen unterschiedliche Umsetzungsmodelle im kommunalen Schulbau sinnvoll sein können.
Ein Modell für alle gibt es nicht
Neben der kommunalen Eigenentwicklung betrachtet die Studie Investor-/Mietmodelle sowie partnerschaftliche Umsetzungsformen. Die zentrale Erkenntnis: Ein pauschal überlegenes Modell gibt es nicht. Entscheidend sind die konkreten Projektziele, die verfügbaren personellen und finanziellen Ressourcen sowie die Anforderungen an Risikoverteilung, Steuerung und langfristige Flexibilität.
Auch bei der Wirtschaftlichkeit greift der alleinige Blick auf die Baukosten zu kurz. Grundstück, Planung, Finanzierung, Betrieb, Instandhaltung und spätere Anpassungen müssen über den gesamten Lebenszyklus einer Bildungsimmobilie berücksichtigt werden. Gerade bei langfristig genutzten Schulgebäuden spielen zudem Anpassungsfähigkeit und mögliche spätere Nutzungsänderungen eine wichtige Rolle.
Eine Entscheidungsmatrix fasst die wesentlichen Kriterien zusammen und bietet Kommunen eine erste Orientierung, welches Umsetzungsmodell unter unterschiedlichen Rahmenbedingungen geeignet sein kann. Eine projektspezifische Wirtschaftlichkeitsuntersuchung ersetzt sie dabei bewusst nicht.
„Ob ein Schulbauprojekt wirtschaftlich und langfristig tragfähig ist, entscheidet sich nicht allein bei den Baukosten. Erst die Betrachtung des gesamten Lebenszyklus – von der Investition über den Betrieb bis zu Instandhaltung und späteren Anpassungen – schafft eine belastbare Grundlage für die Wahl des passenden Umsetzungsmodells“, sagt Sven Carstensen, Geschäftsführer von bulwiengesa und Mitautor der Studie.
Die Kurzstudie entstand im Rahmen der Initiative Bildungsimmobilien und unter fachlicher Mitwirkung ihrer Mitglieder. Sie bildet den Auftakt für weitere Veröffentlichungen und den gemeinsamen Dialog zwischen öffentlicher Hand, Immobilienwirtschaft und weiteren Akteuren rund um eine zukunftsfähige Bildungsinfrastruktur.














